Der bedeutende Kölner Opernbau darf nicht zugunsten eines weiteren Kölner „Kultur-Loches“ zur Disposition gestellt werden.

Opernkomplex und Offenbachplatz

Der BDA kann die klare Positionierung von Dezernent Bernd Streitberger für einen Erhalt und Sanierung der Kölner Opernkomplexes nur begrüßen und unterstützen:

Der Offenbachplatz mit Oper (1954-57), Schauspielhaus (1960-62) und Opernterrassen (1957-58) ist neben der Anlage von Hahnenstraße und Gerlingkomplex eine der wirklich großen städtebaulichen Maßnahmen im Kölner Innenstadtbereich nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Entscheidung für dieses Kulturzentrum inmitten einer noch weitgehend zerstörten Innenstadt wurde 1951 im Kölner Rat einhellig getroffen, weil man übereinstimmend die Notwendigkeit sah, ein kulturpolitisches Aufbruchssignal zu setzen und mit der Anlage des Offenbachplatzes einen großen Komponisten und Sohn der Stadt zu ehren. Architektonisch gefaßt wurde der Opernkomplex mit qualitätvollen Bauten der Architekten Riphahn und Koep (u.a. die Operngarage, der Antoniterhof, die Gebäude der Concordia und des Deutschen Herold, die Schweizer Ladenstadt und das Haus Schwabenland), von denen einige mit Architekturpreisen ausgezeichnet wurden (z.B. die Gebäude von Riphahn gegenüber der Oper an der Nord-Südfahrt für die Versicherungen Concordia und Deutscher Herold).

Ohne Zweifel kommt dem Opernkomplex mit dem Offenbachplatz aufgrund seiner Enstehungsgeschichte aus bauhistorischen Gründen, vor allen Dingen aber wegen seiner städtebaulichen und architektonischen Qualitäten innerhalb eines geschlossenen Ensembles hohe Bedeutung für das Erscheinungsbild der kölner Innenstadt zu. Dabei verfügt der eigenwillige Bau des Opernhauses mit seinen 1346 Zuschauerplätzen über hervorragende Sichtverhältnisse und eine gute Akustik und zählt deshalb bis heute zu den besten Musiktheatern Deutschlands.

Baugeschichtlich bedeutsam ist die versetzte Anlage der Balkone in der Kölner Oper – die erste konsequente Anwendung des 1951 für die Londoner Royal Festival Hall entwickelten Logenprinzips in der Geschichte der Theaterarchitektur.

Die Stadt besitzt in diesem Ensemble ein städtebauliches und architektonisches Zeugnis der frühen Nachkriegszeit von nationalem Rang, das sich Köln unbedingt erhalten sollte. Ein Abriß oder Teilabriss würde das angekratzte Image Kölns als Kulturstadt ein weiteres Mal beschädigen und käme einer architekturgeschichtlichen, städtebaulichen und kulturpolitischen Bankrotterklärung gleich.

Vorstand BDA Köln

Modell Oper und Offenbachplatz

Opernhaus Köln, Modell zur Bebauung des Offenbachplatzes mit Oper und Schauspielhaus

Opernhaus Köln

Opernhaus Köln, Ansicht Offenbachplatz

Opernhaus Köln

Opernhaus Köln, Innenansicht

Häuser Concordia und Herold

Wohnhäuser der Concordia und Herold gegenüber der Kölner Oper

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8 Antworten auf “BDA Stellungnahme zur Kölner Oper”

  1. F.J. Marcks

    Allein schon die Tatsache, dass in dieser Stadt so konzeptlos „abgerissen“ wird(siehe „Loch“ am Neumarkt und jetzt das!) erzeugt bei mir nur Kopfschütteln: Man muss sich fragen, was als nächstes dran ist. Mein Vorschlag wäre: Das Technische Rathaus 😉

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  2. upsa

    Hat die Stadt ein ABO bei Hartzheim, Malta und Co.?!
    Wer die OPER abreisst macht sich strafbar und wird bestraft werden.

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  3. Unbekannt

    „…sparen sie an der kultur…“

    juhu-denkt auch mal jemand daran,dass die oper u das schauspielhaus ein komplex sind??–außerdem ist es denkmalgeschütz-höhere gewalt-da kommt keiner dran-ich habe beides lieb gewonnen,auch wenn ich sehr jung bin, finde ich traurig u eine riesn schande,dass man das alte opernhaus´am rudolfplatz(growne plaze) nach dem krieg vollständig abgerissen hat– bitte nicht noch so ne fehlentscheidung– außerdem,wo kommen wir denn da hin??-können ja nicht einfach alles, nur weil es marode ist abreißen oder einen neuen standort suchen-das haus bleibt so oder so stehen u museen haben wir ja echt genug–außerdem ist der standort im zentrum kölns super spitze–und wer vorhat es auf den deutzer kirmesplatz wieder neu zu bauen,kann kein köln liebhaber sein-ich bin für sanierung-zuerst des opernhauses-vorstellungen finden solange im schauspielhaus statt u danach umgekehrt–rücken wir eben mal zusammen-u als das schauspielhaus vor jahren von asbest befreit wurde,fanden die neuen inszenierungen auch in einem zelt auf dem offenbachplatz statt–ganz einfach–oder man läässt die gute alte halle kalk,zumindest für die betroffene spielzeit bespielen, die hat genau so viele plätze u ausreichend stauraum-aber welcher kölner kommt nach kalk?!?!?–aber vorrübergehend wäre dies eine lösung—das wärs danke u ich hoffe ich bin nicht allein dieser meinung-adieu u…“ geht mal wieder ins theater…“
    ein vertrauter…

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  4. Unbekannt

    ich bins wieder– wollte nur anfügen,dass der obrige kommentar vom 17.02.05 ist–ciaooo

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  5. dani

    Also die jetzige Oper ist ein echter Schandfleck für Köln. Köln hat wirklich was viel besseres verdient. Da muß auf jeden Fall ein Neubau her (am bestem am Rheinufer wegen der tollen Stadtansicht!!!), anstatt viel Geld in die Sanierung zu stecken und am Ende bereut man es doch bzw. man hat wieder eine Chance zur Erneuerung und Beseitigung der hässlichen Nachkriegsarchitektur vergeben. Köln braucht eine neue und archiktektonisch anspruchsvolle Oper, auch wenn dieser wesentlich mehr kosten sollte. Am Ende wird man immer stolz darauf sein und keiner fragt dann unbedingt nach den Kosten. Das ist immer nur dann der Fall, wenn etwas nicht gelungen oder nur zweitrangig ist und da wäre die Sanierung nur eine Notlösung, die eigentlich keiner haben möchte, zumindest nicht die Kölner!

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  6. Weg damit!

    Leider sind die Würfel ja schon gefallen: Das Monstrum bleibt uns erhalten! Unglaublich, denn der Bau hat nie funktioniert – weder von der Bühnentechnik noch von der inneren Erschließung oder von den viel zu knapp kalkulierten Personalräumen. Sorry, sehr geehrter Verfasser des obigen Artikels: Díe Akustik ist nicht gut, sondern grottenschlecht! Das kann man nicht schön reden! Gehen Sie mal in’s Bolschoi, da haben Sie eine gute Akustik! Die der neuen Oper musste direkt nach der Eröffnung nachgerüstet werden und ist trotzdem eine Katastrophe! Das Teil ist eine Krankheit und schlicht Zeugnis von Riphans egozentrischer Wiederaufbau-Selbstverwirklichung! Bravo, Frau Heidenreich! Man muss kein selbsternannter Architekturguru sein, um diesen verbauten Klotz auch als solchen zu erkennen!

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  7. Unbekannt

    Die Diskussion um den Erhalt in allen Ehren – aber was nützt dem Opernfreund ein zumindest aus architektonischer und stadtgeschichtlicher Sichtweise erhaltenswertes Opernhaus, wenn die Akustik im Zuschauerraum zu bemängeln ist. Die Musik klingt nicht, die Sänger können sich akustisch nicht entfalten. Ich weiß, das ist ein Dilemma – einerseits Bausubstanz zu erhalten, andererseits die Kunst zum Klingen zu bringen.

    Ich würde mich über ein neues Opernhaus freuen. Alle soll immer neu sein – die Bibliothek, die Sparkasse, der Bahnhof – nur viele Opernhäuser sind immer noch von gestern, wobei ich nicht historisch gelungene Theaterbauten wie die Wiener Staatsoper meine. Aber einige Opernhäuser dieser Region aus der Nachkriegszeit(Krefeld, Bonn, Wuppertal und auch Köln) genügen einfach nicht mehr zeitgemäßen Ansprüchen. Und man hat ja auch in Essen ud Erfurt gesehen, welch künstlerische Impulse von einem Neubau ausgehen.

    Daher mein Vorschlag: ein neues Opernhaus bauen und den Riphahn-Bau an ein Musicalunternehmen verpachten.

    Und noch ein Wort zu einer Aussage von OB Schramma, der im KSTA sinngemäß sagte: „Die Oper muss erhalten bleiben, weil die Kölner sie lieben.“

    Aber dann sollen die Kölner da auch bitte hingehen. man hört von 60 Prozent Platzausnutzung, was nicht viel ist. Sicherlich liegt das aber an der Intendanz von Herrn Dammann – und nicht an der Architektur.

    Mit freundlichem Gruß

    Jürgen Gavert

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  8. Baut die alte Oper wieder auf!

    364 Millionen Euro für ein neues Schauspielhaus, das aussieht wie ein Einkaufszentrum und für die Sanierung einer komplett abbruchreifen Oper, die schon in ihrem Eröffnungsjahr technisch unvollkommen war, wo die Akustik grottig ist und die Wegeführung eine Katastrophe? Für das Geld kann man ja die alte Moritzoper und das Raschdorff-Schauspielhaus wieder aufbauen. Das wäre dann mal wenigstens gut investiert.

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