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07.03.2008
Heike Schneckener diplomierte 1999 im Schwerpunkt Entwerfen und Konstruieren bei Prof. Kuhn und Prof. Schütz an der FH Köln. Ihr Weg führte Sie nach Paris. Dort lebt und arbeitet Sie seit nunmehr sechs Jahren. A:JUGEND-Redakteurin Kathrin Seifert sprach mit ihr.

Heike, was waren Deine Beweggründe Architektur zu studieren und warum in Köln?

Nach meinem Abitur wusste ich nicht so recht was ich wollte. Was „künstlerisches“? Vielleicht Design, Textile, Kunst? Schließlich endete ich in einer Bauzeichnerausbildung, weder künstlerisch noch kreativ, so war es recht logisch anschließend Architektur zu studieren. Köln als Studienort war nah und weit genug entfernt von Frankfurt.

Hast Du Dich auf das Arbeitsleben vorbereitet gefühlt?

Ja, aber nur dadurch, dass ich nebenbei immer gearbeitet habe und ich somit zwischen Theorie und Praxis eine Verbindung herstellen konnte. Während des Studiums habe ich ab dem 4. Semester in einem Ingenieurbüro und später in einem kleinen Architekturbüro in Köln gearbeitet.

Wie ging es nach dem Studium für Dich weiter?

Nach einem kurzen Abstecher intensiver Wettbewerbsarbeit im Architekturbüro Neufert wollte ich noch andere Erfahrungen sammeln, theoretischer und künstlerischer, deshalb habe ich mich für ein Aufbaustudium in Berlin an der Kunsthochschule Weissensee entschieden. Dort werden der Entwurfsprozess und die Konzeption stark herausgearbeitet. Da es eine sehr kleine Schule ist, findet ein ständiger Austausch mit anderen Disziplinen statt wie Graphikern, Bildhauern oder Produktdesignern. Mein Ausflug für ein Semester in den Fachbereich Modedesign hat mir sehr viel Spaß gemacht und die Basis geschaffen für meinen theoretischen Teil der Diplomarbeit: „Intuition im Entwurfsprozess - Architektur und Mode im Vergleich“.

Heute lebst und arbeitest Du in Paris. Wie kam es dazu?

Neugier, Zufall und ein Jobangebot dank meiner besten Freundin.
Kurz vor Ende meines Studiums kam die Idee und ergab sich die Möglichkeit, in den Semesterferien für drei Monate nach Paris zu gehen. Ich hätte nicht gedacht, dass aus den geplanten drei Monaten sechs Jahre werden.

Und heute?

Heute arbeite ich seit drei Jahren in einem kleinen Büro Audren et Schlumberger architecte urbaniste, dort hatte ich mich spontan beworben und kurzzeitig einen Wettbewerb bearbeitet. Leider war nur für zwei Monate Arbeit, so dass ich dann zwischenzeitlich in drei anderen Büros gearbeitet habe, bevor das Büro mich wiedereingestellt hat. Diesmal für einen Bauantrag mit nahtlosem Übergang in die Ausführungsplanung. Derzeit mache ich die Bauleitung dieses Projekts in Le Havre (60 Wohnungen) und zwischendurch immer wieder mal Wettbewerbe vor allem im Wohnungsbaubereich (Tätigkeitsschwerpunkt sind Studentenwohnungen). Der Vorteil der kleinen Struktur besteht darin, dass man die meiste Zeit selbstständig und eigenverantwortlich tätig ist.

Wie gefällt Dir die Arbeit und das Leben in Frankreich?

Immer besser, nach langer und teilweise schwieriger Eingewöhnungszeit. Das Schwierigste für mich war die Sprache. Aber ist diese Barriere erstmal durchbrochen, wird es sehr interessant, denn im Ausland habe ich nicht nur viel über das Land und die Kultur gelernt, sondern auch viel über mich selbst, meine Herkunft, Mentalität und Kultur. Gleichzeitig ist man auch immer wieder mit Vorurteilen über Deutsche und Deutschland, positiven und negativen, konfrontiert, man fühlt sich manchmal wie eine wandelnde Auslandsvertretung.

Hast Du durch deine Jobs Unterschiede zur Arbeit in Deutschland feststellen können?

Nein, nicht wirklich. Bis auf die Tatsache, dass es in Frankreich fast keine offenen Wettbewerbe gibt und man aufgrund einer Bewerbung für den Wettbewerb eingeladen wird. Aber das Wichtigste ist sowieso, dass man mit netten Menschen arbeitet und wenn es ganz gut kommt an interessanten Projekten, was nicht immer nur in Architektenhänden liegt, und da spielt die Sprache nicht wirklich eine Rolle.

Wie siehst Du Deine Zukunft?

Die Arbeit mit den Studenten als Assistent an der Ecole Nationale Supérieure d’Architecture de Normandie à Rouen macht mir großen Spaß. Einmal in der Woche unterrichten und den Rest der Zeit im Büro, ist ein guter Ausgleich.
Auch die letzten Erfahrungen bei der Baustellenleitung für diverse Sanierungen von Appartements in Paris würde ich gerne vertiefen, der Austausch mit Bauherren und Handwerkern, Detailentwicklung und schnelle Entscheidungen, die direkt 1:1 umgesetzt werden, ist ein konkreter Teil der Architektur, der mich fasziniert.

Welche Tipps würdest Du den Studierenden mit auf den Weg geben?

Viel reisen, immer die Augen offen halten, flexibel bleiben.


Kathrin Seifert

Weitere Absolventen Jetzt der FH Köln findet ihr hier
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[+] Heike Schneckener an ihrem Arbeitsplatz im Büro Audren et Schlumberger architecte urbaniste in Paris.

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[+] Wettbewerb für ein Studentenwohnheim, ein Tätigkeitsschwerpunkt des Büros, in Paris.

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[+] Wettbewerbsbeitrag für ein Studentenwohnheim in Toulouse.

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[+] Vom Bauantrag zur Ausführungsplanung zur Bauleitung.


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[+] Die Baustelle des derzeitigen Projektes für 60 Wohnungen in Le Havre.

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Fotografien: Heike Schneckener

 

Kommentare
Re: Heike Schneckener
She is the best architect ever!!!
Ein Kommentar von Alexandro Massini (13.07.2008)
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