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In3 International Scenographers` Festival 2006 in Basel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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20.01.2007 Was bedeutet Szenografie? Mit der Frage beginnend „Was ist Szenografie?“ lässt sich schnell klären, dass das Wort in aller Munde ist, dennoch viele den eigentlichen Sinn verkennen oder ihm mit Unwissenheit begegnen. Ursprünglich der, vom Theater kommende, Begriff für Kulissenmalerei und Filmbildnerei, hat er durch die Jahre hindurch schnell an Bedeutung gewonnen und umschreibt heute ein viel größeres Spektrum, als noch vor wenigen Jahren. Denn spätestens seit der EXPO 2000 in Hannover ist klar, dass es nicht allein um Dekoration und Kulissenbau geht, sondern die Schaffung von Gesamtwerken angestrebt wird. Orte sind Museen, Theaterbühnen, Ausstellungs- und Messestände, um dramaturgisch, inszenierte Atmosphären zu schaffen. Am wichtigsten hierbei ist der Mensch, er ist nicht mehr nur stiller Betrachter, sondern nimmt wird Teil der Performance, des Geschehens und tritt mit seiner individuellen Wahrnehmung in den Mittelpunkt. Fachhochschule für Gestaltung und Kunst in Basel Das Institut Innenarchitektur und Szenografie der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel, mit seinem Co-Leiter Andreas Wenger und dem Szenografiepionier Uwe R. Brückner, bietet ein multidisziplinäres Studium im Spannungsfeld von Innenarchitektur bis hin zu Installation und Event. Es sind schon große Projekte realisiert worden, von Studenten mit Spezialisten, die die Motivation und die Begeisterung aufrechterhalten, um an der Verknüpfung von Praxis und Theorie festzuhalten. Weitere Informationen unter www.in3.ch Internationales Umfeld und Ausstrahlung Vom 23. bis zum 26. November lud das Institut Innenarchitektur und Szenografie ein und es kamen über tausend Besucher, 28 renommierte Gestalter, Künstler und Theoretiker aus aller Welt. Man reiste aus China, USA und Europa an. Wir kamen aus Köln und konnten Teil dieser Inszenierung sein. Schauplätze für dieses erste und einzigartige Festival waren die Elisabethenkirche und das Theater Basel. Es wurden sehr viele neue Impulse gesetzt und manchmal war es kaum möglich die Anforderungen an diese Gestaltungsdisziplin genau zu erfassen. Pure Überforderung schien es für den Besucher zu sein, der vor lauter Input und Bilderflut sich neu zu ordnen versuchte. Gigantisch mit welcher Organisation und Propaganda, die im Vorfeld weit in die große Welt zu hallen schien, ein solcher Event geplant wurde. Lies Willer, Designstudio OPERA in Antwerpen, brachte es auf den Punkt „ we were amazed that although the organisation was very strict, the atmosphere was so relaxed and comfortable.” “SzenografInnen erzählen Geschichten mit räumlichen Mitteln“ Geschichten erzählen mit räumlichen Mitteln, bedeutet im Klartext, der Szenograf bedient sich aller gestalterischen Mittel- Form, Farbe, Licht, Klang, Bild und der Textur. Er verknüpft die verschiedenen gestalterischen Dimensionen um sie schlussendlich zu einem Ganzen zusammenzufügen. insideout _ Das globale Dorf, eine choreografische Installation So auch der Designer Mark de Jong und Szenograf Thomas Schenk, der mit der Choreografin Sasha Waltz und zwanzig Tänzern und zehn Musikern der musikFabrik, das RADIALSYSTEM V entwickelte. Es ist eine in Berlin aufgeführte choreografische Installation zu den aktuellen Themen Migration, Herkunft, Status und Identität. Die Idee knüpft an die Biographien der Tänzer an, die ein „beeindruckendes Kaleidoskop von Lebensgeschichten aus aller Welt ergeben“. So entstand das Konzept vom globalen Dorf, ein Radialsystem, welches wiederum in einem Raum stattfindet, der flexibel bespielbar ist. Es ist eben kein konventionelles Bühnenbild, nein das „sinnliche Leben wird natürlich inszeniert.“ Wo bleibt der Mensch, der Besucher? Lebende Skulpturen, die Nähe zwischen Publikum und Darstellern, sowie Überlagerung von Bildern, Klängen und Aktionen sind die Essenz des Stückes. Mark de Jong meint, es gibt zwei Arten von Besuchern. Auf der einen Seite, die die meinen sie würden etwas verpassen und ständig ihren Standort wechseln und auf der anderen Seite diejenigen, die den Moment an dem Ort an dem sie verweilen genießen. Man muss sich entscheiden, so wie hier in der Installation, die sekundentaktmäßig getimt ist, der Besucher jedoch das Gefühl hat, es laufe zufällig ab. Der Tänzer macht den Raum für den Besucher erlebbar, indem er ihn horizontal und vertikal erfährt, er nimmt einen Balanceakt auf hoher Kante vor. Mit der musikalischen Übersetzung wird die Aufführung zu einem Erlebnis. „inside out“ bedeutet, der Besucher kann sich entscheiden, ob er sich innerhalb dieser zehn Räume ganz nah an das Spektakel heran traut oder er sich mit der eher schüchternen Sicht von außen begnügt. Versichert wurde uns, dass noch keine Zuschauer verletzt wurden, was ein Indiz dafür ist, wie spektakulär und dynamisch das Ganze zu scheinen mag. Zum Ende des Stückes trifft man sich auf dem Marktplatz, da man sich in einem „globalen Dorf“ befindet. Dort bricht das totale Chaos aus, es wird hysterisch, man fühlt sich orientierungslos und auf einmal geht das Licht aus! Alles kommt zur absoluten Ruhe, Stagnation, man ist angekommen! Zu sehen ist Radialsystem V in Berlin Die Stadt als Szenografie So spannungsgeladen und vielleicht noch gespannter warteten die Besucher auf den Auftritt von Siegfried Wu, dem Chefplaner der EXPO 2010 in Shanghai. Es wurde bemerkenswert still als Herr Wu, der etliche Jahre in Deutschland studiert hatte, seinen Vortrag begann. Sein Vortrag beladen von Fakten und Zahlen, die die Globalisierung beschreibend, das Bild der großen, weiten Welt anschürten. Es wurde deutlich wie klein strukturiert noch in Europa geplant wird, und mit welchen Dimensionen und Ausmaßen im fernen China entworfen wird. Der Ansatz der Architekten und Designer sollte allerdings bei allen der gleiche sein, egal von wo auf der Welt aus sie entwerfen, man übernimmt Verantwortung für mehr Lebensqualität und Lebensraum. Siegfried Wu, der Direktor der Tongi Unversität in Shanghai, stellte seinen mit Studenten entwickelten Entwurf einer 250.000 km² großen Industriefläche in Shanghai vor, die als Expogelände umgebaut werden soll. Dieser neu entstehende Ort liegt am Eingang der Stadt. Es wird mit 800.000 Besuchern pro Tag und 70 Millionen insgesamt gerechnet. Der Boulevard oder wie sie es nennen die Theme Avenue ist alleine 6 km breit, auf dem sich der America City Plaza, der African City Plaza und der Oceania City Plaza einreihen und den Besucher zum Harmony Tower führen. Es entstehen riesige Stadträume, die in den Besuchern Bilder erzeugen, die sich mit den Schlagwörtern Herkunft und Kultur, auseinandersetzen. Die 1850 entstandene Industrie in Shanghai wird im Jahre 2010 gereifter und spektakulär in „Szene“ gesetzt und besetzt dann den Status von einem noch nie da gewesenen Megaevent, der alles bis dahin Gesehene in den Schatten stellen wird. Diese und zahlreiche andere Künstler sind in den Köpfen der Teilnehmer geblieben und so ist auch das letztendliche Ziel des Festivals in Erfüllung gegangen, mit seiner Weltpremiere, ein breites Publikum anzusprechen, das die Welt der Szenografie kennen lernen durfte. Man hat den Spagat gemeistert, den neumodischen Begriff Inszenierung durch erzählerische Lösungen zu ersetzen, Räume und Gegenstände „zum Sprechen zu bringen.“ Julia Burtscheidt |
![]() [+] Fotograf: Julia Burtscheidt ![]() [+] Was ist Szenografie heute? Fotograf: Julia Burtscheidt ![]() Uwe R. Brückner, Leiter des Instituts Innenarchitektur und Szenografie in Basel Fotograf: ©FHNW ![]() [+] Das Theater Basel, einer der Schauplätze des Festivals Fotograf: ©FHNW ![]() Szenographie und Architektur auf der Expo 2008 in Zaragoza Fotograf: Julia Burtscheidt ![]() "Der Mensch steht in einer szenografisch gestalteten Umgebung nicht als Betrachtender im Abseits, sondern ist unbewusst aktiver Teil einer Choreografie." Fotograf: Julia Burtscheidt ![]() Thomas Schenk, Szenograf der choreografischen Installation 'insideout' Fotograf: ©FHNW ![]() [+] 'insideout' - das globalen Dorf als inszenierte Geschichte Fotograf: ©FHNW ![]() [+] Prof. Dr. Siegfried Zhiqiany Wu, Chefplaner der Expo 2010 in Shanghai Fotograf: Wu ![]() Die Stadt als Szenografie, die Expo 2010 in Shanghai Fotograf: ©FHNW |
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