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22.08.2012
Modulares Bauen im digitalen Zeitalter: Der Katalog zur Ausstellung im MAKK ist erschienen

Grade ist die - inzwischen mit dem reddot design award 2012 ausgezeichnete - Ausstellung im Museum für angewandte Kunst zu Ende gegangen, da erscheint doch noch ein Katalog. Ein ungewöhnliches Timing, aber in diesem Zusammenhang durchaus konsequent, da schon in der Ausstellung selbst durchaus erfolgreich jede Anstrengung unternommen wurde, um eine klassische Inszenierung zu vermeiden.

Das von dem Kölner Büro für Kommunikationsdesign großgestalten für die Ausstellung entworfene dreidimensionalen Informationssystem setzte das Thema Architekturteilchen bereits schlüssig um: aus Oktaedern und Tetraedern wurde nicht nur ein Baukastensystem für sämtliche Informationsträger entwickelt, sondern auch ein Grundlinienraster, in das die darauf präsentierten Texte, Grafiken und Fotos gesetzt wurden. Die hochglänzenden weißen Kristalle standen als Stelen frei im Raum oder begleiteten die Besucher als wandmontierte Module durch das offene Treppenhaus.

Der Katalog zur Ausstellung sollte nun nicht weniger experimentell als die Ausstellung selbst sein. Großgestalten übertrugen das dreidimensionale Grundlinienraster auf Papier und setzten Texte und Bildmaterial so, dass die in der Ausstellung geschaffene Corporate Identity konsequent mit der gleichen sperrigen Ästhetik fortgeführt werden konnte. Dass sich der Katalog dabei in großen Teilen hart an der Grenze des gerade noch Lesbaren bewegt sei ihm verziehen, schließlich handelt es sich ja um ein Architekturbuch ...

Ein schönes Detail ist die am Buchrücken offene japanische Fadenbindung, deren neun Lagen den neun Kapiteln des Buches entsprechen. Die fünf „Materialschienen“ der Ausstellung wurden durch Texte von Hans Sachs, Pamela Voigt und Oliver Fritz um inhaltliche, historische und praktische Aspekte ergänzt. Dass diese Texte unseren Sehgewohnheiten in Spalten entgegen kommen, schadet nicht, sondern räumt das hartnäckige Vorurteil ein Stück weit aus dem Weg, dass Architekturbücher ja doch nur etwas fürs Auge sind.
Wie schön, wenn wirklich mal alles passt.

Uta Winterhager


Den zweisprachigen Katalog (Deu/Engl) gibt es im Museumsshop des MAKK für 16 Euro.

Museumsshop des MAKK


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