 |
05.11.2009
Ein BDA-Workshop am 09.11. diskutiert Kern und Rand - Vergleichende Betrachtung der Potentiale unter Berücksichtigung von "Weniger. Älter. Bunter"
Der BDA Köln lädt Fachteilnehmer ein zur Teilnahme an einem Workshop.
Die Enquete-Kommission "Demographischer Wandel - Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft an den Einzelnen und die Politik" des Deutschen Bundestages wurde bereits 1992 gegründet, in der Stadtentwicklung scheint das Thema derzeit noch eine nachgeordnete Rolle zu spielen. Im globalen Wettstreit der Städte geht es weiterhin um Wachstum, auch wenn wir längst die Schrumpfungstendenzen erkannt haben. Auch Köln setzt hier auf verhaltenes Wachstum. Noch ist unklar, mit welchen Konsequenzen sich diese Entwicklungen auf das Umland auswirken werden. Tatsächlich haben die Umverteilungsprozesse im Siedlungsraum schon begonnen.
Es scheint, dass sich die komplexen Wirkungszusammenhänge von Kern und Rand nicht so einfach entflechten lassen, wie dies manch Planer oder Politiker wahr haben möchte. Die so gerne beschworene „Renaissance der Stadt“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir heute im Kontext mehr oder weniger dichter urbaner Agglomerationsräume leben.
Um Städte zukunftsfähig zu machen, wird es heute kaum mehr ausreichen, billiges Bauland für Einfamilienhaussiedlungen am Stadtrand auszuweisen, um kaufkräftige Bevölkerungsschichten an die Stadt zu binden. Die Situation ist gekennzeichnet von einer Vielzahl von Lebensentwürfen, die zu immer stärkeren und schnelleren Wanderungsbewegungen innerhalb und außerhalb der Städte führen. Soziale Verdrängungsprozesse in den Wachstumsgebieten stehen Leerstand, hohen Infrastrukturkosten und Wertverlusten in den Entleerungsgebieten gegenüber. Die Verteilung der Wachstums- und Schrumpfungsprozesse lässt sich jedenfalls nicht alleine auf ein wachsendes Zentrum und eine schrumpfende Peripherie reduzieren. Abhängig von den lokalen Faktoren bilden sich differenzierte Mikrostandorte, die jeweils eigenen Entwicklungsprozessen unterliegen. Bereits heute zeichnet sich ab, dass eine weiter zunehmende Heterogenität der Stadtlandschaft neuer Handlungsformen bedarf.
Der Workshop "Innere Werte und äußere Leere" setzt nun genau hier an: Es sollen beide Entwicklungen – „Drinnen“ wie „Draußen“ in den Blick genommen werden. Am Beispiel Köln werden Handlungsoptionen für zukünftige Stadtentwicklungen ausgelotet, wie sie innerhalb des dicht besiedeltsten Agglomerationsraumes in Europa dringend notwendig sind.
Es stellt sich die Frage, wie der Gefahr der Polarisierung in Gewinner und Verlierer mit Konzepten zur Stärkung regionaler Zentren begegnet werden kann. Stehen kommunale, regionale und nationale Grenzen der sinnvollen Kooperation im europäischen Wettbewerb um die besten Plätze entgegen?
Wenn man sich einen Nachhaltigkeitsbegriff dahingehend erweitert vorstellt, der sich nicht nur beschränkt auf bauphysikalische Energieeinsparungsmodelle, sondern insbesondere auch gesellschaftliche Fragestellungen einer urbanen Stadtgesellschaft mit einbezieht, wie ließen sich aus dem Spannungsgeflecht Stadtentwicklung-Immobilienmarkt Werkzeuge einer veränderten Planungskultur ableiten?
Zeit und Ort:
Montag, 9. November 2009
14.00 - 18.00 Uhr Workshop (Fachteilnehmer)
im Haus der Architektur Köln, Josef-Haubrich-Hof, 50676 Köln
19.30 - 21.30 Uhr Präsentation der Ergebnisse + Podiumsdiskussion (öffentlich)
im Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln
Workshop (Fachteilnehmer):
14.00 - 14.30 Uhr Begrüßung: Gert Lorber, BDA Köln. Vorstellung der Teilnehmer
14.30 -14.45 Uhr Tim Rieniets
Globale Entwicklung Städte - Schrumpfung
14.45 - 15.00 Uhr Dominik Geyer
Demographische Entwicklung Region Köln
15.00 - 15.15 Uhr Johannes Gielge
Strategien Stadtentwicklung Wien
15.15 - 15.30 Uhr Irene Wiese von Ofen
15.30 - 16.00 Uhr Diskussion
16.00 - 16.20 Uhr Kaffeepause
16.20 - 17.20 Uhr Diskussion der Themen in Gruppen
Gruppe Weniger (Moderation: Jörg Leeser)
Gruppe Älter (Moderation: Gert Lorber)
Gruppe Bunter (Moderation: Prof. Bernd Kniess)
17.20 - 18.00 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse
18.00 Uhr Imbiss
Vortrag und Diskussion der Ergebnisse (öffentlich):
19:30 - 21.30 Uhr im Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
Begrüßung: Gert Lorber, BDA Köln
Zukunftsfähigkeit der europäischen Stadt
Prof. Walter Siebel, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Open City: Designing Coexistence
Tim Rieniets, Ko-Kurator 4. Internationale Architekturbiennale Rotterdam
Podiumsdiskussion mit Prof. Walter Siebel, Tim Rieniets und Teilnehmern des Workshops
Moderation: Prof. Bernd Kniess, Jörg Leeser, BDA Köln
Teilnehmer am Workshop sind u.a.:
Claus Chrispeels, Amtsleiter Stadtplanung, Stadt Troisdorf
Susanne Dettlaff, Stadtplanung Stadt Frechen
Dominik Geyer, Stadt und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH, Köln
Johannes Gielge, Stadt Wien, Stadtentwicklung und Raumforschung
Prof. Bernd Kniess, BDA Köln
Georg Kogler, Wien, Projektentwickler, BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH
Maria Kröger, Leiteirin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik, Köln
Jörg Leeser, BDA Köln
Gert Lorber, BDA Köln
Monika Möller, MdR, SPD Köln
Kathrin Möller, Vorstand Bauen GAG Köln
Barbara Moritz, MdR, Bündnis90/Die Grünen, Köln
Tim Rieniets, Institut für Städtebau, ETH Zürich
Horst Rosenkranz, Stadt Pulheim
Nils Schaffert, Technischer Beigeordneter, Stadt Bergheim
Almut Skriver, hdak Netzwerk Baugemeinschaften
Maria Tillessen, Architektin, FDP Köln
Dr. Irene Wiese von Ofen, Architektin, Vorstand Europan Deutschland e.V., Beigeordnete der Stadt Essen a.D.
Weitere interessierte Fachteilnehmer sind willkommen! Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt auf mit dem BDA Köln unter info@bda-koeln.de
Konzeption und Durchführung:
Jörg Leeser, BDA Köln
Gert Lorber, BDA Köln
Prof. Bernd Kniess, BDA Köln
Die Teilnahme ist kostenlos!
Die Veranstaltungsreihe "weniger älter bunter" des BDA NRW vom 2. bis 16. November 2009 wird unterstützt von StadtBauKultur NRW und dem Ministerium für Bauen und Verkehr NRW
Christian.Wendling@BDA-Koeln.de
|
 |




|
 |