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Faszination Holland | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ende Januar hatten Studierende der FH Köln, Fakultät für Architektur die Möglichkeit an einer Tagesexkursion nach Maastricht/Niederlanden mit Prof. Dipl. Ing. Carola Wiese, Prof. Dipl. Ing. Hannes Hermanns und Dipl. Ing. Horst Kuretitsch unter der Leitung von dem Stadtsoziologen Hans Hoorn teilzunehmen.
Maastricht Die niederländische Stadt Maastricht liegt im Südosten des Landes zwischen Deutschland und Belgien. Sie ist die älteste Stadt der Niederlande und wird von circa zweitausend Denkmälern geprägt. 122.000 Einwohner dürfen sich jährlich über 14 Millionen Besucher freuen. Ein weiteres Merkmal ist der namengebende Fluss Maas, der die Stadt in zwei Hälften teilt. Umgestaltung von Kirchen Einer der Höhepunkte Maastrichts ist eine Vielzahl an umgestalteten Kirchen. So wurde aus scheinbar überflüssigen Gotteshäusern eine Buchhandlung, ein Hotel oder das Stadtarchiv. Eine bewusste Auswahl an Nutzungen mit kulturellem Aspekt, was nicht zuletzt auf dem holländischen Respekt vor der Schönheit und der Handwerklichkeit des Altertums beruht. Die Kirchenräume wurden in ihrer äußeren Form beibehalten, lediglich die Innenräume wurden durch mobile, architektonische Gesten verändert. In der Buchhandlung beispielsweise befindet sich ein begehbares Regalsystem, dass es dem Besucher ermöglicht, die in einer Kirche übliche Froschperspektive zu verlassen und einmal von oben den Blick durch den Raum schweifen zu lassen. In einer anderen Kirche mit Klosteranlage entstand das Kruisherenhotel, in dessen ehemaligen Chorraum sich ein Loungebereich mit Bar entfaltet und zu gemütlichen Stunden einlädt. Das heutige Stadtarchiv wurde ebenfalls in eine alte Kirche integriert, wodurch es möglich wird, interessante Vorträge in einem noch interessanteren ausgebauten Kirchkeller zu erfahren. Eine faszinierende, jedoch auch oft schwierige Aufgabe, Funktionen eines Gebäudes zu verändern, wurde hier mit Bravour gemeistert. Architektonisches Ansehen Eines wird dem Besucher in den Niederlanden mehr als deutlich: Das Verständnis für die Kunst der Architektur. Damit ist nicht nur der Entwurf an sich gemeint, sondern viel mehr der Umgang mit Architektur selbst. Ein Beispiel hierfür ist der Gestaltungsbeirat von dem jedes noch so kleine Gebäude abgesegnet werden muss. Der Stadt- soziologe Hans Hoorn ist Mitglied in diesem Beirat und erläuterte, dass gut die Hälfte an Anträgen abgelehnt werde, weil die Qualität zu niedrig sei. Es ist fraglich, ob wir Deutschen uns nicht auch lieber auf solch einen Beirat berufen sollten, statt Bürgerentscheide wie bei dem Katschhofstreit in Aachen hervorzurufen. Der Ansatz mit Bürgern zu diskutieren und ihnen zu erläutern, worum es eigentlich geht, um auf eine größere Akzeptanz zu stoßen, ist mit Sicherheit richtig. Das wirkliche Problem hier zu Lande ist wohl eher, dass Architektur bei weitem nicht das gleiche Ansehen bzw. die gleiche Anerkennung genießt, wie in den Niederlanden oder auch in der Schweiz. Denn dort wird bis heute nicht nur ein Arzt mit „Guten Tag Herr Doktor“ sondern auch ein Baumeister mit „Guten Tag Herr Architekt“ gegrüßt, wie Professor Dipl. Ing. Hannes Hermanns sich so manches Mal empörte. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“, hat Erich Kästner einmal gesagt. Sind nicht auch wir Deutschen aufgefordert, mehr Eigenverantwortung zu zeigen? Für Visionen einmal Kopf und Kragen zu riskieren? Es bleibt die Hoffnung, dass auch wir uns irgendwann einmal als ein Land beschreiben können, was über eine große Bandbreite von architektonischem Ansehen verfügt. Franziska Tokarski |
![]() [+] Die Maas ![]() [+] Der Umbau zur Buchhandlung eröffnet dem Besucher eine neue Perspektive ![]() [+] Die anmutsvolle Umgestaltung einer Kirche ![]() [+] Das Kruisherenhotel ![]() [+] Umnutzung zum Stadtarchiv Fotografien: Franziska Tokarski
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