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St. Maximin, Trier | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Mit dieser Erschließung brechen die Architekten bewusst mit der alten Axialität, die noch heute an einem dem Westportal vorgelagerten Torbogen zu erkennen ist. Sonst ist allerdings von der historischen Umgebung von St. Maximin nichts mehr zu erkennen. Selbst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die unmittelbare Umgebung der Kirche noch stark verändert. Ein großer Schlag traf das Gelände mit dem Bau der Straße "In der Reichsabtei". Der Name ist hier wörtlich zu nehmen, die Straße angelegt für die Heilig-Rock-Wallfahrt 1959 führt in sanftem Bogen dicht an der Apsis vorbei, und durchschneidet den früheren Kreuzgang. Selbst Teile der architekturhistorisch hochbedeutsamen Außenkrypta liegen nun unter der Straße begraben. 1983 wurde in unmittelbarer Nähe der Kirche das Schulgebäude der privaten Hauptschule St. Maximin gebaut. Die typische Beton-Schularchitektur der damaligen Zeit wirkt an dieser Stelle wie ein brutaler Fremdkörper. Wurzeln des Christentums Früher jedoch war St. Maximin Teil einer mächtigen Gesamtanlage, deren Wurzeln weit zurück reichen. Bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. wurde an dieser Stelle ein christliches Grabgebäude errichtet. Im 10. Jahrhundert entstand ein ebenso großer Neubau, die früheste ottonische Großkirche zwischen Maas und Elbe. St. Maximin war damals wirtschaftlich eine der stärksten Abteien in Lothringen, sie konnte den Großbau aus eigener Kraft realisieren. 1240 wird der Bau teilerneuert, zwischen 1581 und 1613 bekommt er gotische Einwölbungen und Ausstattung. Um freies Schussfeld zu haben ließen die französischen Truppen, die zuvor Trier eingenommen hatten, 1673/74 alle vor der Stadt liegenden Gebäude darunter auch St. Maximin zerstören. Doch schon 1680 machten sich der Abt Alexander Henn und der Baumeister Franz Nisius Kuckeisen daran, Kloster und Kirche wiederaufzubauen. 1698 wurde der Bau, der Grundlage für den heutigen Zustand ist, fertig gestellt. Entstanden war weitestgehend auf den alten Grundrissen eine dreischiffige Basilika mit neun Pfeilerpaaren und zwei Westtürmen. Auch in der Ausstattung lehnte sich Kuckeisen an den Vorgängerbau an, zwar überwog der barocke Gesamteindruck, aber es fanden sich auch gotische Elemente, wie das hochgotische Deckengewölbe. Eine freie Rekonstruktion, die Kuckeisen keine gute Reputation einbrachte. In zeitgenössischen Dokumenten ist vermerkt, er sei derjenige "welcher den Maximiner Kirchen- und Klosterbau verdorben hat". Kirche zu Kaserne 1802 wurde die Abtei aufgehoben, die Kirche zunächst Werkstatt für Schmiede und Wagenbauer, dann auf Erlass Napoleons Handwerkerschule und ab 1815/16 Kaserne. Dazu wurden vier Geschossdecken in das Mittelschiff eingezogen, in die Seitenschiffe jeweils eine. Um die fünf Geschosse belichten zu können, wurden statt der barocken Kirchenfenster paarweise angelegte Rechteckfenster eingebaut. Selbst die Apsis wurde so "durchfenstert". Die Türme wurden bis auf die Traufhöhe des Mittelschiffs abgetragen und die Kasernenzwischenwände gründeten auf den Sarkophagen. Eine insgesamt rücksichtslose Veränderung des ursprünglichen Zustands, doch nur so konnte die Kirche überhaupt erhalten werden, denn St. Maximin hatte nie eine eigenen Pfarrei und konnte deshalb nicht als Pfarrkirche genutzt werden. Kirchenkaserne und Schule Bevor die Kaserne in der Kirche ganz aufgegeben werden musste, folgte eine Zeit der Doppelnutzung: Nach dem Krieg von 1870/71 benötigte man eine Garnisonskirche. Zu diesem Zweck wurde in den vier östlichen Jochen die ursprüngliche Raumhöhe wieder hergestellt, in den Obergaden wurden große neugotische Fenster und in den Seitenschiffen paarweise angeordnete neugotische Lanzettfenster eingebaut. Dieser Teil wurde als Kirche genutzt, der westliche Teil wurde als Kaserne weitergenutzt. Bis nach dem Ersten Weltkrieg hatte die Mischnutzung Bestand, dann durfte die Maximinkaserne aufgrund ihrer linksrheinischen Lage nicht mehr militärisch genutzt werden. Die Nutzungsfrage ließ sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg nicht abschließend beantworten, erst dann zogen aus der Not geboren verschiedene Schulen in den Kasernenteil. 1976 waren für alle Schulen neue Gebäude entstanden. St. Maximin stand wieder ohne Nutzung da. Homepage der privaten Hauptschule St. Maximin Homepage des früheren Diözesanarchitekten Prof. Alois Peitz |
![]() [+] Der mit einer Glasfuge an die ehemalige Sakristei angefügte Anbau für Umkleiden und Stuhllager. Foto: Vera Lisakowski ![]() [+] Westansicht der ehemaligen Kirche. Foto: Vera Lisakowski ![]() [+] Lageplan mit der Straße "In der Reichsabtei", die dicht am Gebäude vorbei führt. Zeichnung: Alois Peitz ![]() [+] Gräberfeld unter der Kirche, darüber die neu eingezogene Betondecke. Foto: Alois Peitz ![]() [+] Grundriss des Gräberfeldes unter der Kirche. Zeichnung: Alois Peitz ![]() [+] Abriss der Kaserneneinbauten. Foto: Alois Peitz [<] Zurück |
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