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Haus ohne Eigenschaften |
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![]() [+] Geografisch trennen nur 100 Meter Luftlinie die beiden Häuser, die O.M. Ungers für sich und seine Familie in Köln baute, die architektonische Haltung jedoch könnte nicht unterschiedlicher sein. Das Haus ohne Eigenschaften, sein zweites Kölner Haus, entstand 1996, 30 Jahre nach seinem ertsen Wohnhaus in der Belvederestraße. Es liegt im Randbereich des Stadtteils Müngersdorf, in direkter Nachbarschaft des zweiten Kölner Grünzuges, der sich halbkreisförmig um die Stadt legt. Ungers suchte eine gegenstandslose Architektur, die Hülle, der Raum, der Grundriss in seiner reinen Form. So ist das gebaute Haus entsprechend der Thematisierung weitgehend ohne Eigenschaften, bestimmt lediglich vom Maß, der Geometrie und der Proportion. Ohne Eigenschaften heißt aber auch ohne Eigenschaftswörter. Ungeachtet der Adjektive ‚kubisch’ und ‚weiß’ ist es schwer zu fassen, zu glatt, zu abstrakt die äußere Hülle. Es gibt keine Zwischentöne, keine zu erzählende Geschichte. Oder wie es der Architekt ausdrückt: "Es bewegt sich nichts, nichts ist versteckt, verschlüsselt oder verborgen. Es ist nichts dahinter, alles was gemeint ist, wird sichtbar, wird unvermittelt gezeigt." Ungers markiert damit den vorläufigen Endpunkt einer Entwicklung, die die Summe aller Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten Jahrzehnte seines praktischen und theoretischen Schaffens zusammenfasst. Von seinen frühen sehr plastischen Arbeiten, hin zur Reduktion allen Unwesentlichen. Entstanden ist ein Haus ohne sichtbare Details, bei dem nichts dem Zufall überlassen wurde: Ein Haus ohne Sockel, ohne Basis, ohne Laibung und Attika. So verbindet der Neubau strukturelle und ideelle Ebenen mit einander. In die Gesamtordnung des Gebäudes sind Entwurfsinhalte wie Abstraktion, handwerkliche Perfektion und Regelwerk der Zahlen eingefügt. Weitere Projekte des Architekturbüros O.M.Ungers: Wallraf-Richartz-Museum - Fondation Corboud |
![]() [+] Das Haus steht nicht im Kontext zu seiner Umgebung und ist dennoch kein Fremdkörper. Fotos: Stefan Müller ![]() [+] Der alte Baumbestand, Nussbaum und Zeder, wirkt wie zufällig im Naturraum verteilt und komplettiert die Grundkomposition doch spannungsreich. Foto: Stefan Müller [>] Weiter [<] Übersicht |
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