100 Jahre Bahnhof Deutz
Geschichte
Der Charakter des Kölner Stadtteils Deutz ist geprägt durch die Geschichte der Eisenbahn. Am Beginn dieser Entwicklung stand sowohl die Mindener Eisenbahnlinie Richtung Ruhrgebiet und Berlin als auch die Bergische Bahn, deren Endpunkt der Bahnhof Deutz war, bis sie ab 1892 am Rheinufer entlang verlängert wurde.


Bahnhof Deutz: Foto Schmölz 1915

Mit der Errichtung der Hohenzollernbrücke 1911 wurde der Knotenpunkt Deutz, gut ein Kilometer Luftlinie vom Dom entfernt, mit dem linksrheinisch gelegenen Hauptbahnhof verbunden.

Architektur
Im Zuge der Erneuerung der Kölner Bahnanlagen, die ab 1909 ausgebaut wurden, entstand 1913/14 nach Plänen der Architekten Hugo Röttcher und Carl Biecker das Bahnhofsgebäude Köln-Deutz weitgehend in seinem heutigen Erscheinungsbild.
Vor allem das aufwendig gestaltete Empfangsgebäude mit seinem zentralen Kuppelbau, flankiert von niedrigeren Seitenflügeln, ist in seinem ursprünglichen Stil weitgehend erhalten und verweist formal auf die Schlossarchitektur des Barock-Klassizismus. Ornamente der Jugendstil-Epoche und die Verwendung des ortstypischen Materials Muschelkalk kennzeichnen deutlich die Entstehungszeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

Nach Kriegsbeschädigung wurden Teile des Ostflügels mit der alten Hauptgliederung, aber unter Verzicht der Ornamentik, wieder hergestellt.
Funktional lässt sich der Bahnhof Deutz als sogenannter Turmbahnhof typisieren, bei dem sich zwei Gleisstränge mit unterschiedlichen Richtungen auf verschiedenen Niveaus kreuzen. Diese sind Deutz-Hoch in Ost-West-Richtung und die Gleisstränge Deutz-Tief, die in einer Nord-Süd-Kurve verlaufen.




Bis zum Zweiten Weltkrieg waren die Gleise Deutz-Hoch durch eine dreischiffige Bahnsteighalle in Eisen-Glas-Konstruktion überdacht, die nach Kriegsschäden zum Teil wieder aufgebaut wurde und durch elegante Bahnsteigüberdachungen aus Stahlbeton ergänzt wurde. Teile der Konstruktion, der Treppen und der Tunnel sind denkmalgeschützt. Auch der Fliesenboden des Kuppelbaus, seitliche Wandfelder und originale Treppengeländer werden nach den Um- und Neubauarbeiten erhalten bleiben.

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